Erasmus Welcome-Day

Montag, 05.09.2016

Tag drei im kleinen Cáceres. Mit wenig Schlaf geht es um 9.45 Uhr los zum Welcome-Day. Ich kann mich nur freuen über Magdalena, die etwas besser vorbereitet ist als ich, worauf ich mich irgendwie auch ausruhe. Durch den Urlaub hatte ich einfach keine Zeit, mir die ganze Erasmus-Planung durchzulesen... Für den Welcome-Day wurde uns extra ein wunderschönes, uraltes Gebäude in der Altstadt zur Verfügung gestellt. Der Raum ist angefüllt mit ungefähr 100 Erasmus-Studenten aus aller Welt. Ich merke, dass ich überrascht bin. Irgendwie hatte ich immer erwartet, dass der Großteil deutsch ist, aber neben Magdalena und Daniele, die ich ja schon kennenlernen durfte, gibt es nur noch zwei andere deutsche Mädchen, die allerdings türkisch-stämmig sind und die ganze Zeit türkisch miteinander reden. Also genaugenommen bleibt es bei drei mit mir :D Mir fällt auf, dass ich noch nie mit so vielen Menschen aus verschiedenen Kulturen in einem Zimmer saß.
Unsere Erasmusbeauftragte erzählt eifrig und schnell zwei Stunden am Stück auf Spanisch - schreien wäre wohl eher passend. Sie läuft aufgeregt im Gang auf und ab, ohne Mikro und fragt alle fünf Minuten: "¿Sí?" Woraufhin wir mit ¡Sí!" antworten müssen und wenn wir nicht laut genug schreien, sagt sie, dass wir in Spanien sind und es richtig machen sollen. Aber stören tuts mich nicht, irgendwie passe ich hier etwas besser rein, als nach Deutschland, denke ich in dem Moment. Nach einer gefühlten Ewigkeit machen wir ein Gruppenfoto und werden durch die Altstadt geführt, wo ich eine Kolumbianerin kennenlerne und als Abschluss gibt es noch Paella und ein Getränk (was man allerdings auch alles selbst zahlen muss). Hier sitze ich ohne Deutsche am Tisch mit einer Kolumbianerin, Rumäninnen (oder wie das heißt), einer Italienerin, Französinnen, Belgierinnen und einer Tschechin. Also multikulti und englisch kann eh keiner. Zwischenzeitlich muss ich fast ankämpfen gegen meinen inneren Drang zu reden, aber so ganz gelingt es mir nicht und am Ende führe ich das Gespräch an, worunter ich selber leide, weil mir das Spanischreden echt zu schaffen macht. Danach bin ich fix und alle und freu mich auf die Siesta in meinem Zimmer.

Aber der Tag ist noch nicht vorbei. Nachdem ich eine Fotorettungsaktion gestartet habe (wie man an den Bildern sehen kann) und ein paar Leute angeschrieben habe, weil ich immer noch keine Wohnung habe und irgendwie alle anderen Erasmusleute schon eine haben, lese ich zu Hause, dass ich spontan zu einer WG-Besichtigung kommen kann. Spanien ist immer spontan. Man läuft eh nie länger als 20 Minuten. Ich hab es in 10 Minuten geschafft. Von außen hässlich und von innen mit Marmor verziert bin ich schon beim Eintreten geflasht. Nachdem eigentlich alle Wohnungen ziemlich hässlich sind überrascht mich hier, mit wieviel Liebe die Wohnung eingerichtet ist. Es ging alles noch etwas lange hin und her, aber damit will ich niemanden langweilen, aber es kann sein, dass ich mich entscheide dort einzuziehen. 

Die Präsentation beim Welcome DayMagdalena ganz links und Daniele daneben. Bei der Stadtführung
Mein multikulti Tisch