Winter is coming

Sonntag, 11.12.2016

Dichter Nebel zeiht sich schon am frühen Morgen durch die Gassen von Cáceres. Winter is coming, oder besser gesagt, Game of Thrones, und zwar nach Cáceres. Etwa 500 Meter von unserer Wohnung entfernt (wenn überhaupt), in der Altstadt, haben sich in den letzten Tagen neue Filmkulissen erhoben. Ich will mir erst nicht zu große Hoffnungen machen, da die letzten Male für die moderne Version von Romeo und Julia in Serienformat, Star Crossed Lovers, gefilmt wurde. Dieses Set sieht allerdings etwas anders aus, ich würde fast schon sagen, besser. Und nun habe ich einen Artikel entdeckt, der besagt, dass Game of Thrones am 14. und 15. in Cáceres filmen werden! YAAAAYYYY!!!

http://watchersonthewall.com/new-game-thrones-season-7-sets-rise-las-veletas/ (besagter Artikel)

Heute ist ein nebliger Nachmittag, ich hab noch nie so dichten Nebel über der Stadt gesehen. Das hat Abbys und meinem Spaziergang etwas noch atmosphärischeres gegeben. 

Die Bilder im Artikel sind zwar noch ausführlicher, als meine, aber egal:

  Der Brunnen ist Teil des Sets

Komm Yeşim, wir gehen nach Granada!

Mittwoch, 07.12.2016

Ich habe kaum Zeit, mich auf das nächste Wochenende vorzubereiten. Am Dienstag (ein Tag nach Madrid) habe ich meine erste Klausur und am Freitag kommt Yeşim schon. Ich freue mich richtig, dass sie mich in meinem kleinen Cáceres besuchen kommt. Als sie da ist, kommt es mir so vor, als wäre ich nie weg gewesen. Wir tauschen uns aus, über die Ereignisse der letzten Zeit. Zuhause überrascht sie mich mit einem Adventskalender, den sie, Marie, Pauline, Flo, Can und Lucas (meiner Rostocker Crew) für mich zusammengestellet haben. Wow. Ich bin wirklich gerührt, kann es gar nicht glauben, dass ich so tolle Freunde habe. Außerdem hab ich es mal wieder nicht hinbekommen, mir selber einen zu Besorgen (das merke ich jedes Jahr etwas 5 Tage zu spät und stresse mich dann, noch einen zu finden).

Yeşim im kleinen Cáceres Tapas

Nach einer kurzen Nacht fährt unser Bus schon um 4.30 Uhr nach Granada ab. Ich kann sogar mehrere Stunden schlafen - der Bus fährt mit einer Stunde Pause sieben Stunden - und als wir ankommen fühlen wir uns nicht so erschlagen wie sonst. Nach einem spanischen Frühstück (Churros) machen wir uns auf zum Hostel. Oha! Wir sind überrascht, wie schön es ist, mit einem riesigen überdachten Innenhof, der Sessel und Tische zu bieten hat. Wir schlafen alle im selben 10er Zimmer, das in zwei Räume aufgeteilt ist. Auf unserer Seit muss ein etwas 30 bis 40 jähriger Mann schlafen, der denkt, es ist ok mit drei Jungen Mädchen im Raum nur in Unterwäsche zu schlafen. Außerdem schnarcht er.  

Egal, Granada ist wunderschön. Die schönste Stadt, die ich bis jetzt in Spanien besucht habe! Gleich am selben Tag gehen wir zur Walking Tour, die zum Zigeunervirtel geht. Hier wohnen die Menschen tatsächlich in Höhlen, die in den Berg gehauen wurden, mit Häusern, die darum gebaut wurden! Wahnsinn!

eine edle Zigeunerhöhle eine rustikale Zigeunerhöhle

Im Hintergrund erstreckt sich die Gebirglandschaft des Sierra Nevada und auf den Gipfel liegt sogar Schnee. Über der Stadt thront das majestätisch schöne Alhambra. Wahnsinn.

Immer wieder im Laufe des Wochenendes zieht es uns zu den arabischen Ständen und Läden, die sich durch kleine, hübsche Gassen erstrecken und ich handle so manchen Einkauf runter. Wir sind alle begeistert!

Das Alhambra ist auch wunderschön, ich bin nur etwas überfordert von den ganzen Sachen, die ich dabei habe, ich hätte weniger mitnehmen sollen. Ich stelle mir vor, wieviel schöner es noch im Frühling wäre, wenn die Blumen blühen und die Gärten vor Leben strahlen. Aber sogar jetzt ist es wunderschön und den Besuch definitiv wert. 

das Alhambra Alhambra von innen  

Alhambra Generalife

Achso, wir sind übrigend Magdalena, Abby, Nataly, Daniela, Yeşim und ich. Eine reine Mädchentruppe. Das scheint ein paar Jungen im Hostel anzuziehen, denn nach kurzer Zeit hat sich unsere Gruppe vergrößtert. Am letzten Abend machen wir beim All-you-can-drink-Sangria-Angebot des Hostels mit und irgendwie gerate ich in ein Trinkspiel, was ja überhaupt nicht mein Plan war und nach zwei Stunden sind wir alle nicht mehr ganz nüchtern. 

Granada ist den Besuch hundertprozentig wert! Ich werde definitiv wiederkommen, am liebsten mit Benni.

Auf nach Madrid, auf zu BENNI!

Mittwoch, 07.12.2016

Um 7.30 Uhr fahre ich mit dem Bus nach Madrid. Der Bus ist so gut wie leer - und - es gibt nur drei Sitzreihen anstelle von vier! Und das auf den selben Raum. Ich habe doch tatsächlich einen einzelnen Sitz am Fenster, die Sitze haben auch Übergröße. Ich bin schon ganz aufgeregt, ich sehe endlich Benni wieder!

In Madrid beeile ich mich mit der U-Bahn so schnell wie möglich zum Flughafen zu kommen. Mein Bus ist eine halbe Stunde vor Bennis Flugzeug da, aber ich merke schon, dass ich es nicht ganz schaffen werde. Als ich ankomme laufe ich die Rolltreppe hoch. Plötzlich sehe ich Benni am Fester hinter der Absperrung schon aufgeregt winken. Er läuft mir entgegen und über die Absperrung hinweg umarmen wir uns. Ich bin daheim. 

Dass wir uns wegen mir kurz verfahren und recht lange zur Wohnung brauchen verschlechtert die Stimmung nur gering. Dort erleben wir eine nicht so schöne Überraschung. Anscheinend wohnen wir zusammen mit den Besitzern und ihrem kleinen Hund... 

Madrid ist ganz schön, wir haben nur nicht gerade das beste Wetter erwischt, es regnet in Strömen und soll den Rest des Wochenendes nicht mehr aufhören. Ich mache das beste draus, irgendwie ist das ja auch romantisch und wenigstens ist es nicht so kalt. Wir vergessen den Regenschirm zuhause und werden nass. Benni hat nur ein Paar Schuhe dabei, die ziemlich schnell durchnässt sind. Wir verbringen den Abend damit durch die hübschen, aber überfüllten Gassen zu laufen und von Schuhgeschäft zu Schuhgeschäft zu gehen. Schade nur, dass die meisten nur max. Größe 45 haben, Benni hat 46/47. Ih habe trotzdem Spaß, mein Benni ist ja da. Nach über einer Stunde sind wir endlich erfolgreich! Nachdem wir aus einem überteuren Sushi-Restaurant entfliehen, nachdem wir die Preise gesehen haben, finden wir ein nettes, altmodisches Restaurant mit spanischen Nationalgerichten. Lecker! Kaputt und müde kommen wir in der Wohnung an und freuen uns aufs Bett!

Der Sonntag fängt auch verregnet an, aber wir stressen uns nicht. Am Tag zuvor haben wir Frühstück eingekauft und Brote zum schmieren und gehen jetzt den Tag langsam an. Irgendwie sind die Besitzer am Vorabend nicht nach Hause gekommen, haben aber den Hund dagelassen, der auf den Boden gepullert und gekackt hat. Mhhh... Als erstes gehen wir über Umwege zum Park Retiro, das war Benni von Anfang an wichtig. Der Park hält was er verspricht. Er ist riesig, schön und hat viel zu bieten. Ich werde wieder daran erinnert, dass Benni und ich beide die Natur am meisten lieben. Nachdem wir etwas orientierunglos durch Madrid gelaufen sind und nichts so recht mit uns anzufangen wussten, kommen wir hier irgendwie runter und ich genieße jeden Augenblick. Der Palacio de Cristal ist endlich mal echt ein Glaspalast und liegt wunderschön an einem Teich.
Benni benimmt sich etwas merkwürdig, wenn ich frage, ob wir weiter wollen antwortet er, ob wir nicht noch etwas bleiben wollen. Naja, mir egal, ich finde es ja schön!

Palacio de Cristal

Als nächstes gehen wir in ein schönes, uriges Café, das auf dem Weg zu einem anderen Sushirestaurant liegt, in dem wir tatsächlich alleine sind!  

Am Vormittag hatten wir Karten für eine Flamenco Bar gebucht, wohin wir uns nach dem Sushi begeben. WOW! Nur zu empfehlen. Die Atmosphäre ist wirklich elekrisierend und jeder hört wie gespannt den fremden, aber schönen Klängen zu und die Tänzerin, mit ihrem leidenschaftlichen, hoch konzentrierten Blick, legt eine wahnsinnig gute Show hin. Benni und ich sind wie auf Wolke sieben, ich wäre gerade nirgendwo lieber. Als es vorbei ist meine ich, wie können jetzt ja nach Hause gehen. Benni ist anderer Meinung und schlägt vor, dass wir doch noch schnell zum Palacio Real fahren könnten. Nagut, sage ich. 

Wir sind ziemlich alleine, es ist Sonntag Abend, die Leute müssen morgen arbeiten, aber der Palacio ist von hellen Scheinwerfern angeleuchtet. Wir stellen uns auf eine Brücke mit Ausblick auf den Palast und genießen einfach die Abendstimmung, als Benni mir plötlzich (zum zweiten Mal) sagt, dass mein Schnürsenkel offen ist und sich hinkniet, um ihn zuzubinden. Das macht er doch sonst nicht... Beim Hochkommen blickt er mich an und fragt, ob ich seine Frau sein möchte!!! NATÜRLICH! Wir fallen uns in die Arme und ich bin glücklich, angekommen. Benni ist sichtlich erleichtert, dass ich eingestimmt habe. 

Am Montag müssen wir uns leider wieder trennen... Vor dem Sicherheitsbereich kämpfe ich die Tränen zurück und als ich ihn weggehen sehe, mich umwende und zum Busbahnhof aufmache, fühle ich mich, als ob meine andere, vielleicht bessere Hälfte, sich gerade für zwei Monate von mir verabschiedet hätte...

Wie man sich von Kopfschmerzen übergeben kann

Freitag, 11.11.2016

Wie der Mangel an Einträgen erahnen lässt, hat sich mein Alltagsrythmus ein wenig verändert. Die Hausarbeits-/Lernphase hat begonnen. Leider. Nicht nur, dass ich mich vor drei Wochen gegen meinen Koordinator in Deutschland durchsetzen musste, dass ich hier nur vier Fächer anstelle von fünf belegen möchte, habe ich auch noch zwei Hausarbeiten zu schreiben, ein Buch auf spanisch mit 400-Seiten zu lesen und für meine erste Klausur zu lernen, die bereits in 2 1/2 Wochen ist. Achso - die Hausarbeiten zählen nur 20% der Endnote, eine Klausur kommt nämlich auch noch jeweils dazu. Kurz: Es ist kein Zuckerschlecken. 

Mit dem oben beschriebenen Druck habe ich mich auf unser verlängertes Wochenende in Portugal vorbereitet. Mit Magdalena (deutsch), Emanuel (Mexikaner) und Clarisa (Argentinierin) zieht es mich zurück nach Lissabon und nach Porto. Angesichts des Unidrucks kann der eine oder andere vielleicht nachvollziehen, dass ich am Freitag nicht unbedingt Lust habe, nachts um 2.30 Uhr den Bus nach Lissabon zu nehmen. Mit wenig Schlaf und in der prallen Sonne, treibt es uns durch die Straßen Lissabons, wobei sich Kopfschmerzen bemerkbar machen, die sich innerhalb des Tages bis ins Unermessliche verschlimmern. Um sechs bin ich bereits so fertig, dass ich mich kaum noch auf zwei Beinen halten kann. Als ich mich nur mit Schwierigkeiten und Unverständnis vonseiten der anderen um 19 Uhr losreiße und alleine zum  Hostel gehe, sind die Kopfschmerzen als ich dort ankomme so schlimm geworden, dass ich nicht anders kann, als in Bad zu rennen und mich zu übergeben, was etwa 3 Stunden so weiter geht, in Begeitung von Schüttelfrost und nicht nachlassenden Kopfschmerzen. Ich denke, das ganze war doch etwas zu viel für mich. 
Naja, die Hostelbesitzerin kümmert sich herrlich um mich und durch ein Wunder lassen meine Kopfschmerzen nach, Gott sei Dank, rechtzeitig zur Schlafenszeit. Am nächsten Tag bin ich zwar noch etwas wakelig auf den Beinen, aber fühle mich schon besser. Auf nach Porto, um 6.50 Uhr fliegt unser Flugzeug!
PORTO. Es ist einfach nur schön. Unser Hostel ist nicht zu toppen, jeder hat ein eigenes Bettabteil mit Vorhang, Ventilator, Licht und Steckdosen und das Frühstück ist unbezahlbar. Porto selbst ist schön, romantisch, ruhig. Der Fluss mit der Brücke im Eiffelturm-Design verleiht der Stadt einen Hauch von Vergangenheit, der natürlich auch gezielt durch die traditionellen Segelbote im Hafenbereich hervorgerufen wird. Im Gegensatz zu Lissabon ist Porto übersichtlich und dadurch für einen Aufenthalt von 2 Tagen, wie in unserem Fall, ideal. Ich kann mir leider den Gedanken nicht verkneifen, wie viel schöner es wäre, wenn ich das alles mit Benni teilen könnte.

Ohhh, Porto

Benni. Ich vermisse ihn. Wir haben so viel Kontakt wie noch nie, was awhrscheinlich nicht in allen Fernbeziehungen so läuft, worüber ich aber sehr froh bin. In 15 Tagen sehen wir uns endlich wieder, auch wenn nur für zwei Tage... 

Die Uni ist nach wie vor frustrierend. Der Frontalunterricht hängt mir zu den Ohren raus und außerdem habe ich viel mehr hausaufgaben als in Deutschland -.-'. Trotzdem muss ich sagen, dass ich in meinem Spanisch nach fast genau zwei Monaten einen Durchbruch erlebt habe, den ich jetzt nutzen werde, um mein Spanisch weiter zu verbessern. Und mit den uniaufgaben versuche ich mich durchzubeißen. Es hilft mir, wenn ich mir nicht zuuu viel Druck mache. 

Was mich, neben Benni, meiner Mama und Gott noch über den Unidruck hinwegtröstet, ist meine tolle WG! Wir haben immer so eine schöne Zeit miteinander, ich freue mich wirklich sehr darüber, so tolle Menschen kennengelernt zu haben. Heute Abend gehen wir in die Altstadt, in der es einen Mittelaltermarkt gibt. 



MÁLAGA!

Freitag, 14.10.2016

Wow, jetzt hab ich tatsächlich zum letzten Mal vor 10 Tagen veröffentlicht, dabei ist in der Zwischenzeit gefühlt soviel passiert! 

Anfangen würde ich mit Málaga. Besser gesagt mit letztem Donnerstag: Magdalena und ich, v.a. aber Magdalena, haben keine Mühen gescheut und die Málaga-Fahrt organisiert. Donnerstagabend sitze ich noch nett mit Abby und Natalie zusammen bei uns im Wohnzimmer, wobei ich mich von dem Wissen ablenken möchte, dass ich um 03.30 Uhr schon wieder aufstehen muss, weil unser Bus um 4.25 Uhr nach Málaga abfährt. Doch ich begehe nicht denselben Fehler wie so oft, früh ins Bett zu gehen und dann drei Stunden vor mangelnder Müdigkeit und Aufregung wach zu liegen. Abgesehen davon kann ich ja während der sechsstündigen Busfahrt schlafen. Und die Taktik geht auf - wir haben einen schönen Abend, später kommen sogar noch Juan und Emanuel dazu und als ich ins Bett gehe, ist alles gemacht und vorbereitet... Und 01.30 Uhr! Dementsprechend schlecht fühle ich mich beim Aufwachen. Wir, das sind Emanuel, Abby, Natalie und ich, nehmen ein Taxi und sind nach deutscher Manier 30 Minuten zu früh da. Naja, lieber so, als zu spät, denke ich mir. Magdalena trifft - auch nach deutscher Manier - wie abgesprochen exakt (!) um 4.10 Uhr am Bahnhof ein. Als der Bus zu spät kommt, werde ich schon nervös (wir Deutschen :D). 
Im Bus ist es tatsächlich ziemlich bequem! Spanien ist nicht so effizient wie Deutschland, weswegen der Fußraum jedes Fahrgastes etwa doppelt so geräumig ist wie in Deutschland und man kann die Rückenlehne fast wagerecht zurückstellen. Außnahmweise beschwere ich mich mal nicht über die andere Kultur :P. Wie ich es gehofft habe, fallen meine Augen nach etwa einer Stunde Fahrt zu (ich brauche immer etwas) und tatsächlich schlafe ich zwei Stunden recht komfortabel. 
Als wir um 10.30 Uhr in Málaga ankommen bin ich ziemlich müde. Wir müssen jetzt erstmal 5 1/2 Stunden totschlagen mit unseren vollbepackten Rucksäcken und wenig Schlaf! Magdalena und ich geben die Richtung an und halten es für sinnvoll erstmal in die Nähe unserer AirBnB-Wohnung zu gehen, da dort auch die ganzen Sehenswürdigkeiten sind. Unsere Rechnung geht auf! Zwischenzeitlich laufen wir zwar etwas verloren hin und her oder sitzen einfach eine Stunde lang auf einer Bank oder in einer Bar, aber am Ende kriegen wir die Zeit recht sinnvoll rum.
Der zweite Eindruck von Málaga ist toll! Das Gebiet um den Bahnhof war nicht so mein Fall, zu viele hässliche, hohe Gebäude, aber ich hatte auch nichts anderes erwartet, komm ja aus Berlin! Aber die Gegend um unsere Wohnung ist sehr schön: Kleine Gassen mit spiegelndem Marmorstein, viele Bars und Cafés, tropische Parks mitten in der Stadt und Kultur ohne Ende. 
Als wir um 16 Uhr endlich einchecken können, sind wir fix und alle. Die Wohnung ist bezaubernd! Unmotiviert und fertig sitzen wir auf dem Sofa und wissen nicht, was wir tun sollen und wollen auch nichts machen. Daniela würde um 20 Uhr etwa ankommen, sie wollte Uni nicht schwänzen und gegessen haben wir auch noch nicht. Teilweise durch meine Schuld fängt eine Diskussion darüber an, was wir essen könnten. Ich habe Heißhunger auf Sushi und alle haben auch Lust drauf, außer Magdalena. Ich schlage vor, dass wir anderen uns Sushi bestellen und sie sich Pizza. Naja, ohne das ewige (! bestimmt 1-2 Stunden) Hin und Her weiter auszuführen: Am Ende haben wir uns Sushi bestellt und Magdalena sich eine Fertigpizza geholt. Das Sushi war leider überteuert, schlecht und viel zu wenig für den Preis, jetzt bin ich etwas schlauer. Nachdem Daniela endlich ankommt, raffen wir uns nochmal hoch und wandern durch die Gassen auf der Suche nach einer Bar. DIE QUAL DER WAHL! Das Nachtleben in Málaga ist genauso lebendig wie in Cáceres, nur mit min. fünfmal so vielen Einwohnern und Angeboten! Eine Bar nach der anderen, überall Menschen, überall Touristen. Wir laufen tatsächlich zwei Mal durch das ganze Stadtzentrum, bis wir uns für das Café vom Anfang entscheiden- die Auswahl ist einfach zu groß. Überall hört man deutsche Touristen, das ist ungewohnt, in Cáceres gibt es ja sogut wie garkeine Deutsche. Während wir im Café sitzen, fallen mir schon langsam die Augen zu. Ich habe von allen am wenigsten geschlaffen und bin außerdem eine lebhafte Peron, kurz: Ich bin TODMÜDE. Wieder zurück sage ich gute Nacht und gehe ins Bett, wo ich innerhalb von 10 Minuten einschlafe...
Dementsprechend ausgeschlafen und glücklich erwache ich am nächsten Tag: Juhu, Málaga! Wir essen ein tolles Frühstück zusammen, für das wir am Vortag eingekauft haben und haken dann nacheinander die Orte ab, die wir am Vortag ins Visier genommen haben: Zuallererst: das Picassomuseom. Wer es noch nicht  weiß, Picasso ist in Málaga geboren und hat dort die ersten 10 Jahre seines Lebens verbracht.
Nach dem Museum besteigen wir den Berg, der über das Stadtzentrum hinausragt und auf dem zwei Burgen stehen. Unser Ziel: Der Castillo de Gibralfaro. Der Aufstieg selbst ist schon eine Sehenswürdigkeit, weil der Weg sehr schön ist und man eine tolle Aussicht hat. Der Castillo ist auch wunderschön! Man kann einmal auf der Mauer im Kreis gehen und hat dabei eine Aussicht in alle Himmerlsrichtungen. Danach gehen wir nach Hause, Essen improviesierte und schnelle Nudeln und machen uns mit Badesachen auf Richtung Strand. Leider ist es schon später als gedacht (19 Uhr etwa) und bis wir am Strand sind, geht schon die Sonne unter. Aber zum Füßereintunken reicht es und wir sind alle gar nicht traurig, wir haben ja noch Sonntag. Wir setzen uns auf den Kai und genießen einfach die schöne Abendstimmung, wobei ich mich - wie eigentlich den ganzen Tag schon - im Fotomachen ausprobiere und meine Kamera dabei etwas besser kennenlerne (Yay!). 

Danach gehen wir nochmal nach Hause, um uns etwas überzuziehen und ziehen wie am Vorabend um die Häuser, dieses Mal auf der Suche nach einem Restaurant. Auch diese Aufgabe erweist sich als schwerer als gedacht, zum einen, weil es so voll ist und zum anderen, weil es so viel Auswahl zu geben scheint. Am Ende entdecke ich einen 6er-Tisch draußen vor einem Tapasrestaurant. Wir bestellen uns alle zusammen verschiedene Tapas. Als diese kommen sind wir enttäuscht: Kleine Portionen für viel Geld. Zum Glück haben wir so groß Mittagessen gegessen! Aber trotzdem war der Abend schön und diesen wundervollen Tag hätte eh nichts zerstören können.

Blick vom Castille de Gibralfaro aus über die Stadt Unsere Truppe

Schöne Abendstimmung am Hafenkai


Den Sonntag würde ich am liebsten weglassen. Da wir Samstag so aktiv waren und aus Strand nichts mehr wurde, planen wir einen Strandtag, d.h. Magdalena und Daniela haben ihn Samstag geplant. Da am Vorabend teilweise Müll im Wasser geschwommen ist, wollen die beiden an einen Strand gehen, der etwas weiter entfernt ist, also marschieren wir gemeinsam los zur Bushaltestelle. Der Ticketpreis beträgt 1,65€ und Magdalena bietet an für alle zu zahlen, da der Bus schon bereit steht und sie ihren 50-Euro-Schein klein haben will. Diese Entscheidung wird sie bereuen! Denn die Ticketverkäuferin gibt ihr anstelle von 40,10€ nur 26€ raus! Magdalena bemerkt den Fehler, aber die Verkäuferin kümmert sich schon um den nächsten Kunden. Als wir versuchen die Aufmerksamkeit der Frau zu bekommen, ignoriert uns diese erstmal. Daniela und ich fangen an auf spanisch mit ihr zu reden, dass sie einen Fehler gemacht hat, doch sie hört nicht. Sie erzählt uns was davon, dass der Computer doch alles gemacht hätte (als ob der Computer uns das Geld rausgegeben hätte) und dass sie schon seit sieben Uhr arbeitet (wofür wir ja nun wirklich nichts können) und weigert sich, uns das Geld zu geben. So geht das noch eine Weile, während Emanuel, Abby und Natalie unbeteilgt an der Seite stehen und sich unterhalten. Die Frau weigert sich. Verärgret ziehen wir uns zurück, nachdem ich sie nach ihrem Namen gefragt habe und ihr androhe, mich über sie zu beschweren! Patricia. Toll, nur Vornamen in Spanien. Als wir zu den anderen dazutreten äußern diese auf vorsichtig subtile kanadische Art, dass wir jetzt bestimmt nur noch 40 Minuten am Strand haben werden, weil wir ja so lange fahren müssen. Wir verneinen, eher zwei Stunden, aber Abby und Natalie wollen nicht mehr. Vorsichtig teilen sie uns mit, dass sie hier an den Strand gehen werden. Oh man. All dieser Stress für nichts?! Ich würde auch am Liebsten auch bleiben, aber Magdalena und Daniela nicht, sie wollen ja schließlich nicht im Müll schwimmen. Emanuel ist es egal. Also teilen wir uns auf, ich will ja kein Spielverderber sein und gehe mit Daniele, Magalena und Emanuel. Als wir im Bus bemerken, dass Natalie das Schneidemesser mitgenommen hat für die Wassermelone, die wir bei uns haben und wir im Gegenzug alle Strandhandtücher dabei haben und sie keins, ist es schon zu spät. Nach 45 Minuten Fahrt kommen wir an einem Strand an, der meiner Meinung nach nicht viiieeel schöner ist, als der andere und ich kaufe im Chinaladen ein 2-Euro-Messer. Trotzdem hat sich die Fahrt beim Anblick des Meeres gelohnt! Ich kaufe sogar ein indisch-aussehendes Strandtuch. Wir spielen Strandball, die Schläger lagen in der Wohnung rum, sonnen uns, schwimmen und essen sogar die Wassermelone. Wieder zuhause müssen wir uns beeilen, alles packen und 50 Minuten zum Bus laufen, der um 17.30 uhr abfährt. Málaga hat sich gelohnt! Am Montag bin ich zwar todmüde in der Uni, aber trotzdem.

 Strandtag am Sonntag

Wieder in Cáceres gibt es am Donnerstag eine ganz besondere Abwechslung: Am Dienstag war kanadisches Erntedankfest, woraufhin Abby und Natalie mich, Itzel und die Jungs-WG über uns für Donnerstag zum Essen einladen wollen. Ich habe Donnerstag einen recht langen Tag mit Nachmittagstutorium, aber als ich aus der Uni nach hause komme, ist der Esstisch bereits gedreht und gedeckt worden! Und es rieeeecccht nach Essen. Die beiden haben schon die letzten beiden Tage mit Vorbereitungen zugebracht, weswegen ich hohe Erwartungen habe, die nicht enttäuscht werden! Ein Stuffing á la Canada, Huhn anstelle des Truthahns, Kartoffelpürree, Brot mit Knoblauchbutter als Vorspeise, Gemüse als Beilage, leckere Soße, Fruit crumble als Nachtisch und Wein und Cola als Geträne, kurz: Perfection!

mmmmhhhh

Heute muss ich trotzdem nochmal zur Uni vorm Wochenende... Mein Horrorfach! Spanische Literatur des 19. Jhrds. Hört sich eigentlich interessant an, ist es vielleicht auch, nur leider verstehe ich die Dozentin nicht und sie redet halt ohne Punkt und Komma. In meiner Verzweiflung nehme ich mir morgens die Zeit und bete um Hife und tatsächlich: Zum ersten Mal komme ich mit und habe sogar Spaß! 
Wieder zu Hause setze ich mich ins Wohnzimmer, ich bin ausnahmsweise alleine. Nach kurzer Zeit treffen die anderen ein und setzen sich zu mir und wir gucken gemeinsam zwei Folgen der Serie "Lie to me". Das ist die typische Mittagsbeschäftigung unserer WG und ich freue mich, dass andere Christen auch mal Serien gucken, ich war sonst immer die einzige in meinem Umfeld.

Mitbewohnerin N°3

Dienstag, 04.10.2016

 

Die Euphorie in meiner letzten Veröffentlichung hat leider nur wenige Tage angehalten… Es war so schön, endlich Internet zu haben, als Freitag gegen 16 Uhr auf einmal das Internet nicht mehr funktioniert. Ich denke noch, dass es bestimmt gleich wiederkommt, es hat zwischendurch zuvor auch schonmal eine Stunde nicht funktioniert. Doch als es nach zwei Stunden immer noch schlecht aussieht, statte ich der Jungs-WG einen Besuch ab. Bei ihnen geht auch nichts, morgen rufen sie bei Vodafone an. Mist. Da hat man sich so gefreut.
Am nächsten Morgen (JUHU SAMSTAG!) wache ich gegen 10 Uhr auf und fange an die Wohnung zu putzen, heute ist DER Tag. Der Tag, an dem meine neuen Mitbewohnerinnen einziehen! Der 1.10.16. Da will ich sie schließlich nicht mit einer unsauberen Wohnung willkommen heißen. Leider weiß ich nur, dass sie Samstag morgens kommen wollen, weil ich ja kein Internet habe. Als sie um 11 Uhr noch nicht da sind, frage ich mich langsam, ob sie noch kommen, als es um 11.30 Uhr klingelt! Ich merke, dass ich von der einen nicht einmal den Namen kenne. Merkwürdige Situation. Ihre Namen (Natalie und Abby) habe ich inzwischen sogar auch schon aufgeschnappt. Zur Feier des Tages mache ich für alle zum Mittag Burritos und wir decken den Tisch feierlich. Beim Abspülen bemerke ich, dass das Wasser nicht warm wird und habe eine Vorahnung. Was ist, wenn das Gas alle ist? Unser Wasser wird nämlich per Gaskartusche erhitzt. Und tatsächlich: Am nächsten morgen heißt es kalt duschen und die nächsten vier Tage inklusive heute auch. Ich fühle mich wie im Mittelalter!

Es ist viel schöner als gedacht mit Mitbewohnerinnen. Ich bin inzwischen so froh, den vielen Anfragen von männlicher Seite allen abgesagt zu haben! Oft sitzen wir zusammen in unserem inzwischen so gemütlichen Wohnzimmer und unterhalten uns einfach. Die Vermieterin hat uns am Samstag außerdem einen nagelneuen Fernseher mit Smart-TV vorbeigebracht. Im Augenblick können wir diesen zwar noch nicht als Smart-TV nutzen, solange das Internet noch nicht funktioniert, aber die Vorfreude auf die gemeinsamen Filmabende lassen meine Fingerspitzen schon kribbeln.

Ungefähr jeden zweiten Abend laden wir spontan Leute ein, trinken ein Glas Wein oder Bier und unterhalten uns mit angenehmer Musik im Hintergrund. An einem dieser Abende hat Magdalena die Idee, dass wir nach Cádiz fahren könnten dieses Wochenende, nachdem Emanuels Vorschlag nach Barcelona zu fahren, überstimmt und auf ein anderes Wochenende verschoben wurde. Aus Cádiz wird nach einem Tag Málaga und nun habe ich heute eine AirBnB-Wohnung in Málaga von Freitag auf Sonntag gebucht und Magdalena den Bus für 6 Personen!

ist sie nicht süß?!

Gestern und vorgestern skype ich mit Benni und als ich so vor mich hin brabbel, dass er ja vielleicht über Weihnachten zu Besuch kommt, sagt er plötzlich: Ich komme nicht über Weihnachten. Schrecklich enttäuscht protestiere ich, wie er so etwas sagen könne, dass wir uns das doch noch in Ruhe überlegen können und schmolle vor mich hin. Er lässt mich noch ungefähr zwei Minuten zappeln bis er plötzlich ein breites Grinsen im Gesicht bekommt und sagt: Ich komme dich aber im November besuchen. Punkt. WAAAS?! :D :D :D Inzwischen habe ich die Flugdaten schwarz auf weiß. Er hat einfach einen Flug nach Madrid Ende November gebucht ohne mir etwas zu sagen. Ich freu mich riesig! :) Ich habe einen tollen Freund, meinen Benni.

Außerdem gute Nachrichten: DAS INTERNET GEHT WIEDER! Vor einigen Stunden kam ein Techniker und hat sich drum gekümmert, wie schön! Und wir haben eine weiter Mitbewohnerin. Unsere Vermieterin hätte uns zwar vorwarnen können, aber Itzel ist nett. Sie kommt auch aus Mexiko (was habe ich nur mit den ganzen Mexikanern?) und ich kenne sie sogar schon ein wenig! Jetzt sind wir 4 Mädchen!

Gute Nachrichten

Dienstag, 27.09.2016

Ich liege gerade in meinem Bett, mein Laptop vor mir und fertige meinen nächsten Blogeintrag an. Moment mal.... Genau, ich habe jetzt Internet!!!! JUHUUUU!!! Ein denkwürdiger Tag. Ausnahmsweise hat in Spanien mal etwas sofort geklappt. 

Außerdem habe ich ab demnächst zwei Mitbewohnerinnen! Die Kanadierinnen, die ich in der evangelischen Gemeinde kennengelernt habe, wollen einziehen. Ich habe wohl einen Lucky Strike. Heute in der Uni musste ich zu meiner Überraschung feststellen, dass ich fast alles verstanden habe, zumindest lexikalisch, inhaltlich lässt sich noch diskutieren :D Draußen scheint die Sonne, die Vögel zwitschern und ich freue mich.

Foto aus meinem Bett

Das ist mein Abschiedsfotos an die Bibliothek. Ja, es war eine gute Zeit, aber alles geht vorbei.

Der Berg

Montag, 26.09.2016

Ich habe gute Nachrichten: Meine Hautreaktion hat sich schon fast in Luft aufgelöst!!! Und wir haben heute einen Internet-Vertrag abgeschlossen, das heißt wir sollten innerhalb der nächsten zehn Tage Internet bekommen. Außerdem bin ich endlich in der Uni immatrikuliert und habe mich entschieden, einen Unikurs weniger zu besuchen, womit ich heute angefangen habe und gleich an Stelle von fünf Stunden durchgängig, drei Stunden hatte und zwei Freistunden zwischendurch.

Gestern bin ich wieder in der Gemeinde „El Puente“ und stelle mit Überraschung fest, dass so viele Jugendliche da sind dieses Mal. Anscheinend sind sie alle aus dem Urlaub zurück. Außerdem fällt mir auf, dass viele der Anwesenden Amerikaner sind und sogar der Pastor, der predigt, ist Amerikaner. Ich lerne unter anderem zwei Kanadierinnen kennen, die noch am selben Tag zu mir in die Wohnung kommen, weil sie noch keine WG gefunden haben. Mal schaun, ob sich was ergibt… Ich bin ja schließlich immer noch mitbewohnerlos. Abends besteige ich spontan mit einer kleinen Gruppe „den Berg“, der am Rand von Cáceres liegt und sowas wie eine Attraktion zu sein scheint hier, weil alle von ihm reden. Ein Schweizer würde ihn wohl nichtmal als Hügel bezeichnen, aber ich als Berlinerin bin großzügig mit dem Verschenken von Attributen und finde, dass Berg passt. Nichtmal 45 Minuten brauchen wir und obwohl wir nach spanischer Manier viel später losgegangen sind, können wir immer noch den wunderschönen Sonnenuntergang über der Stadt bestaunen! Danach nötige ich die Gruppe durch die Altstadt nach Hause zu gehen und wir trinken in der Jungs-WG über mir noch gemeinsam ein (oder zwei) Gläschen Wein. Das ist ein typischer Abend hier, das social life strotzt nur so vor Leben und Yussuf bringt mir zur Feier des Abends Bachata bei, ein lateinamerikanischer Tanz (yay). Man weiß gar nicht, mit wem man als nächstes etwas unternehmen soll: Die spanische Nachbarin, die einem bei Facebook geschrieben hat, ob man nicht mal was Nettes zusammen machen will, die Spanierin, die deutsch lernt und deswegen gerne mit einem Zeit verbringen will und all die Leute, die man schon kennen und lieben gelernt hat und sich die Zeit mit ihnen auch nicht rauben lassen will. Dazu kommen noch die vielen Erasmusevents, Reisen und das Alleinsein.

eine Italienerin, ein Armener, ein Türke, eine Belgierin, zwei Mexikaner und eine Deutsche

Mir ist es inzwischen gelungen ein paar Supermärkte auszumachen, die während der Siesta geöffnet haben und habe mir dadurch die Routine angewöhnt, jeden Tag nach der Uni Lebensmittel einkaufen zu gehen und zu kochen. Zur Ausnahme aber mal nicht nur Spaghetti mit Tomatensoße – ja, der besten Tomatensoße die es gibt. Da es hier keine Capellini gibt (dünne Spaghetti) fällt mir das aber gar nicht so schwer, irgendwie schmecken mir normale Spaghetti gar nicht mehr…

Tief Nummer 2

Mittwoch, 21.09.2016

Uuuund zurück im Unialltag! Also ich kann schon sagen, dass man das spanische Unterrichtssystem echt in die Tonne klopfen kann. Der gesamte Unterricht findet frontal statt und das obwohl 30 % der Note mündlich sein sollen - wie soll das denn gehen?! Heute war wieder so ein universitärer Tieftag, als ich nach der ersten Stunde mitgekriegt habe, dass ich überhört habe, dass Hausaufgaben auf waren, die wir auch noch hochladen sollen im virtuellen Campus. Doof nur, dass ich immer noch nicht immatrikuliert bin und deswegen die Hausaufgaben nicht einmal runterladen kann. Meine Laune ist im Eimer. Die Dozentin zeigt keinerlei Verständnis und guckt mich nicht einmal an, während sie mir sagt, dass ich bin Montag Zeit habe, die Hausaufgaben einzureichen.

Gestern ist der Tag etwas besser verlaufen, zumindest nach der Uni. Erst koche ich für mich selber eine leckere Tagliatelle mit Shrimps (mhhhh) und später sitze ich wieder in der Bibliothek und telefoniere mit Benni. Kurz nachdem wir uns verabschieden, laufen mir Emanuel und Aldo über den Weg, zwei der Mexikaner. Ich komme auf den genialen Einfall, dass wir zusammen mit meinen anderen Nachbarn doch endlich gemeinsam ein Gläschen Wein bei mir trinken könnten, was ich schon länger mit Emanuel „geplant“ hatte. Motiviert marschieren wir in den nächsten Tambo-Supermarkt und ich schlage vor, dass ich ja Obstsalat machen könnte. Gesagt getan. Eifrig schnippeln wir an den 100 Obstsorten, als es auf einmal klingelt und die anderen da sind. Später stoßen zu meiner Freude und Überraschung (ich habe ja kein Internet und wusste deswegen nicht, ob sie kommen würden) noch Daniele und Magdalena dazu und wir haben einen wirklich netten Abend zusammen in meinem neuen Wohnzimmer, dass ich mit den vielen Kerzen etwas aufgepeppt habe.

Tagliatelle mit Cola im Weinglas :D

Vorgestern hat mich ein putz-Rausch überkommen, sodass ich alle Böden in meiner Wohnung wische und sogar manche der Fenster putze!!! Herrlich.

Heute nach der Uni treffen wir uns als Gruppe zu einem Picnic. Die meisten Leute sind Südamerikaner, aber irgendwie hat mich der Tag zu geschafft, sodass ich wirklich keine Lust habe, mich auf spanisch zu unterhalten. Magdalena geht es zum Glück auch so, also sondern wir uns etwas unhöflich von der Gruppe ab und reden auf deutsch miteinander. Ich freue mich schon, wenn ich endlich immatrikuliert bin und Hausaufgaben machen kann :'D. Irgendwie sind hier jeden Tag irgendwelche sozialen Sachen geplant, was ja ganz cool ist eigentlich, aber neben Uni und allem auch tierisch anstrengend.

¡Viva México, Chile, Polonia y Alemania!

Montag, 19.09.2016

Morgens um 6.30 Uhr klingelt mein Handywecker. AARGH, viel zu früh und das an einem Samstag! Mein mexikanischer Nachbar Emanuel ist der einzige aus seiner WG, der auch nach Mérida fährt und wir haben uns um 7 Uhr verabredet um zusammen zum Treffpunkt zu gehen. Nach mexikanische Manier kommt er allerdings erst um 15 nach, wodurch wir zu spät losgehen. Aus Druck meine ich, wir sollten ein Taxi nehmen. Das hätten wir uns sparen können! Die Spanier sind kein pünktliches Volk und haben deswegen 7.30 Uhr als Uhrzeit angegeben, los ging es aber erst um 8! Naja, zu Mérida: Viele alte, noch erhaltene Sehenswürdigkeiten. Aber eigentlich war es eher schön, so viele nette Leute um sich zu haben. Witzigerweise hat sich um mich herum eine mexikanische Gruppe gebildet! Damit hatte ich irgendwie nicht gerechnet, dass hier überhaupt Leute aus Lateinamerika sein würden... Ich mag die Mexikaner echt gern und freue mich, dass ich dadurch die Chance habe, spanisches und lateinamerikanisches Spanisch zu verstehen und zu lernen. Am Abend war ich todmüde und bin sofort eingeschlafen.

6 Mexikaner, 3 Deutsche und ein Chilene

Am nächsten Tag spaziere ich gegen Nachmittag wieder durch die Altstadt und mache auf dem Rückweg einen Abstecher zur Bibliothek (ich habe immer noch kein Internet). Hier treffe ich auf meine beiden mexikanischen Nachbarn, die auch noch kein Internet haben, weswegen man sich hier manchmal begegnet. Emanuel fragt mich, ob ich Lust habe später mitzukommen zu einem Flamenco-Event. Klar habe ich Lust! Im Laufe des Abends stellt sich jedoch heraus, dass das Event gar nicht stattfindet. Stattdessen gehen wir mit anderen Austauschstudenten ins Theater - Kultur muss ja auch sein. "Kultur" wohlgemerkt. Es sollte eigentlich eine tänzerische Aufführung sein, aber stattdessen sind vor uns mehrere Leute auf der Bühne, die komisch zuckende Bewegungen machen. Als Abschluss der Aufführung ziehen sich die Männer splitternackt aus und starren einfach fünf Minuten ins Publikum. Jaaaaa... Als wir das Theater halb traumatisiert wieder verlassen läuft eine Gruppe von Französinnen an uns vorbei und fragt und, ob wir nicht mit Essen kommen wollen. Ich habe Hunger. Das Restaurant ist mexikanisch und nach spanischer Manier wird das Essen um 23 Uhr zu sich genommen (mein armer Magen). Und wieder einmal bin ich erst um 1 Uhr im Bett :(

Emanuel und ich mit den anderen vorm Theater (ja, die Menschen stehen alle an)

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